„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupery

Lehrerbildung als Gesamtauftrag

Unser Verständnis von Lehreraus- und -fortbildung

Die Lehrerbildungsdiskussion wird seit Jahrzehnten kritisch geführt unter dem Aspekt der Segmentierung der verschiedenen Ausbildungsbestandteile und der Nicht-Anschlussfähigkeit der verschiedenen Ausbildungsphasen. Seit einigen Jahren ist allerdings international wie national eine Neujustierung im Verhältnis von Erstausbildung zum Lehrer und der Weiterbildung von im Beruf befindlichen Lehrern festzustellen. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer wird als eine konzeptionelle Einheit und als ein nicht abschließbarer biografischer Prozess betrachtet. Ausgelöst wurde diese Neujustierung durch übereinstimmende Ergebnisse aus der Forschung zur Berufsbiographie und zur Kompetenzentwicklung von Lehrerinnen und Lehrern. Terhart (2005, S.27) weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass die Erstausbildung

... nicht ausreichend ist, um den langwierigen Prozess des Aufbaus beruflicher Kompetenzen zustande zu bringen und auf diese Weise vorbereitend ein gewissermaßen lebenslang tragfähiges Gerüst an Kenntnissen und Fähigkeiten zu vermitteln. Die Erstausbildung, also die universitäre Phase wie auch der Vorbereitungsdienst, können allenfalls Voraussetzungen schaffen, die dann im besten Fall zu einem geordneten und nachhaltigen Kompetenzaufbau während der ersten Berufsjahre führen.

Diesen Erkenntnissen hat sich auch die KMK nicht verschlossen, die darauf hinweist, dass die Entwicklung professioneller Kompetenzen angehender Lehrerinnen und Lehrer eines reflexiv-biografischen Ansatzes bedarf (vgl. KMK 2004), der Lehrerbildung als Gesamtauftrag über Institutionen und Ausbildungsphasen hinweg versteht. In einer Bilanz nach 10 Jahren Reform der Lehrerbildung stellt Terhart (2009, S.1) fest:

Obwohl der berufsbiografische Ansatz inzwischen zum allseits akzeptierten Modell geworden ist, sind vor allem hinsichtlich des organisierten Weiterlernens im Beruf kaum Erfolge zu verzeichnen. Wenn man aber unmittelbar Dinge und Abläufe in der Schule ändern will, dann muss man mit den dort tätigen Lehrkräften arbeiten; eine Änderung der Erstausbildung wirkt sich in den Schulen erst nach 10 bis 15 Jahren aus. Die Aufgabe bleibt also: Mehr geeignete Weiterbildung für die Lehrer! (Herv. d. d. Verf.)

Im Lichte dieser Erkenntnisse ergeben sich für die Arbeit der EULE - bundesweit eine einzigartige Konstruktion bezüglich der Kooperation von Universität und Studienseminar resp. IQSH - Konsequenzen als vermittelnde Instanz zwischen den drei Phasen der Lehrerbildung. Sie will einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Lehrerbildung sich nicht (wie vielerorts) als Flickenteppich präsentiert und eine kapazitätsgünstige Randerscheinung darstellt, sondern als ein identifizierbarer Ort, an dem Lehrerbildung fach- und institutionsübergreifend als Kernaufgabe verstanden wird.

Regionalisierung

  • Verträge mit Kooperationsschulen in der Region
  • Kooperationsvertrag mit der Stadt Flensburg
  • Mitglied der Bildungskommission der Stadt Flensburg
  • Kooperationsnetzwerk mit ACU Apenrade und University College Hadersleben / DK
  • EU-Comenius-Regio-Projekt mit Schulamt Flensburg und Kooperationsschulen
  • Schulprojekte mit Unterstützung von Instituten der Universität (u.a. Institut für Physik und Chemie, Institut für ästhetisch-kulturelle Bildung / Abt.Textil, Institut für Biologie)
  • Junge Uni

Internationalisierung

  • Stabile Kooperationen mit Dänemark, Schweden und Polen
  • Punktuelle Kooperationen mit Honduras, Schweiz, Russland
  • Drittmittelprojekte mit DAAD, EU und Auswärtigem Amt
  • "Mini-Referendariat" mit Studierenden aus Polen, Schweden, Finnland, Estland (seit 2008)
  • EU-Projekt Comenius-Regio mit Stadt Flensburg und Universität
    Linköping/Schweden (2009 -2011)