„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupery

Lernkultur

"Erstes und letztes Ziel unserer Didaktik soll es sein, die Unterrichtsweise aufzuspüren und zu erkunden, bei welcher die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr lernen ..."
Comenius 1632

Das EULE-Team betrachtet das Feld der Lernkultur als eines seiner zentralen Anliegen und organisiert die Aktivitäten, Programme und Projekte unter dieser Blickrichtung. Die Entscheidung für diese Fokussierung entspringt der Beobachtung, dass sich die bildungspolitische Diskussion immer wieder schwerpunktmäßig um Organisations- und Strukturfragen dreht oder aber sich mit kognitiven Aspekten des Lernens befasst. Fragen von sozialer Kompetenz, Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit, Teamfähigkeit und anderen Kernkompetenzen des Lernens bleiben in der Diskussion häufig schmückendes Beiwerk.

Eine Lernkultur, wie wir sie verstehen, muss nicht neu erfunden werden (s.o. J.A. Comenius, stellvertretend auch für verschiedene Zweige der späteren Reformpädagogik), bedarf aber einer neuen Pointierung und Orientierung. Wir skizzieren im Folgenden eine unsere Arbeit leitende Lernkultur, die eine Wende vom Lehren zum Lernen umreißt und damit die aktiven und konstruktiven Komponenten des Lernens gegenüber den passiven und rezeptiven Aspekten betont. Geleitet werden unsere Überlegungen durch das Ziel des selbstständig lernenden und handelnden Menschen, konkretisiert durch Überlegungen zum Zusammenhang von individuellem und gemeinsamem Lernen sowie der zentralen Bedeutung der Reflexion dieser Prozesse. Schließlich wird deutlich, dass mit dem Lernen des Lernens als Kernaufgabe von Schule auch eine grundlegende Veränderung der schulischen Lernkultur einhergehen muss.